Förderung für Website in Oberösterreich: Was 2026 noch möglich ist

Förderung Website Oberösterreich: KMU.DIGITAL ist ausgeschöpft. Was DIGITAL.PLUS, ERFOLG.PLUS und der Digital-Marketing-Scheck 2026 noch fördern.

Eine eigene Förderung für eine neue Unternehmenswebsite gibt es in Oberösterreich im Herbst 2026 praktisch nicht mehr. Die bekannteste Förderung, KMU.DIGITAL, ist ausgeschöpft und läuft aus. Geld gibt es derzeit vor allem für Projekte, die Abläufe digitalisieren, Daten nutzbar machen oder KI im Betrieb einsetzen, und für Online-Werbung in neuen Auslandsmärkten. Hier der Stand Ende September 2026, ohne Werbeversprechen.

Das Wichtigste in Kürze

  • KMU.DIGITAL: Budget ausgeschöpft, keine Anträge mehr möglich, ab 2027 nicht fortgeführt.
  • DIGITAL.PLUS 26: 35 % Zuschuss, höchstens 7.000 Euro, ab 12.000 Euro Projektkosten. Digitales Marketing ist ausgeschlossen. Anträge bis 2. November 2026.
  • ERFOLG.PLUS 26: 50 % eines Beratungshonorars, höchstens 750 Euro. Budget am 25. September 2026 zu 98 % vergeben.
  • go-international Digital-Marketing Scheck: 50 % der Kosten für Online-Werbung in einem neuen Auslandsmarkt, bis 7.500 Euro plus möglicher Bonus.
  • Förderbedingungen ändern sich laufend. Maßgeblich ist immer die Seite der Förderstelle.

Warum „bis zu 30 % Förderung für Ihre Website“ nicht mehr stimmt

Viele Agenturen haben jahrelang mit KMU.DIGITAL geworben. Das Programm des Wirtschaftsministeriums und der Wirtschaftskammer Österreich hat Beratung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten gefördert, auch Websites und Webshops. Auf der offiziellen Seite steht heute: Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist vollständig ausgeschöpft, eine Antragstellung ist nicht mehr möglich. Und weiter: Wegen der Konsolidierungsmaßnahmen im Bundeshaushalt wird das Programm ab 2027 nicht fortgeführt.

Ein Nachfolgeprogramm ist auf der Programmseite nicht angekündigt. Wenn Ihnen jemand heute noch eine KMU.DIGITAL-Förderung für eine neue Website verspricht, fragen Sie nach, auf welches Programm sich das genau bezieht.

DIGITAL.PLUS 26: für Abläufe, nicht für Marketing

DIGITAL.PLUS ist ein Programm der WKO Oberösterreich und des Landes Oberösterreich. Es fördert Digitalisierungsvorhaben, von der Konzeption bis zur Umsetzung.

Die Eckdaten

Punkt Bedingung laut WKO Oberösterreich
Förderhöhe höchstens 35 % bzw. höchstens 7.000 Euro als Zuschuss
Mindestkosten 12.000 Euro Gesamtprojektkosten
Themen Automatisierung und Digitalisierung, Datenmanagement und KI, sichere IT-Systeme und Cybersicherheit
Ausgeschlossen Projekte aus dem Bereich digitales Marketing
Antragszeitraum 1. Juni bis 2. November 2026
Wer KMU mit Sitz in Oberösterreich und aktiver Mitgliedschaft in der WKO Oberösterreich
Projektstart frühestens zehn Wochen vor dem Tag der Antragstellung
Budget laut WKO zu 75 % ausgeschöpft (Stand 21. September 2026)

Weitere Bedingungen, die man leicht übersieht

  • Pro Mitglied kann nur ein Projekt eingereicht werden.
  • Wer bereits eine Förderung aus Digital Starter 2023, Digital Starter 2024 oder DIGITAL.PLUS 2025 erhalten hat, kann nicht mehr einreichen.
  • Mindestens 20 % der förderbaren Kosten müssen auf Beratung oder IT-Dienstleistungen entfallen.
  • Förderbar sind laut WKO Kosten externer Dienstleister, genannt werden Unternehmensberatung mit Digitalisierungsschwerpunkt, IT-Dienstleistungen, Mechatronik und Ingenieurbüros aus der EU, sowie Investitionskosten. Personalkosten, interne Aufwände und Standard-Hardware oder -Software sind nicht förderbar.
  • Unternehmen, die selbst Digitalisierungsleistungen im beantragten Themenbereich anbieten, sind ausgeschlossen.
  • Abgerechnet wird zwischen 1. Oktober 2026 und 31. März 2027 mit Rechnung und Zahlungsnachweis.

Was das für Ihre Website bedeutet

Eine reine Unternehmenswebsite oder ein Relaunch mit neuem Design gilt als Marketing und fällt heraus. Passen kann dagegen ein Projekt, bei dem die Digitalisierung von Abläufen im Mittelpunkt steht. Die WKO beschreibt das Ziel so: Abläufe vom ersten Kundenkontakt über Einkauf, Lager und Verkauf bis zur Rechnung und Kundenverwaltung durchgängig digital abbilden. Denkbare Beispiele sind eine Online-Terminbuchung, die direkt mit Kalender und Kundenverwaltung verbunden ist, oder ein Shop, der Bestellungen automatisch an Warenwirtschaft und Buchhaltung übergibt. Ob Ihr Projekt tatsächlich passt, zeigt der Selbstcheck auf der Programmseite, und im Zweifel die Beratung der WKO.

ERFOLG.PLUS 26: kleine Beratungsförderung, fast aufgebraucht

ERFOLG.PLUS fördert externe Beratung für kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz in Oberösterreich.

  • Förderung: 50 % des Nettohonorars, höchstens 750 Euro
  • Mindesthonorar: 800 Euro netto
  • Themen: Unternehmensstrategie, Automatisierung, Geschäftsprozesse, Innovation, Anwendung von KI, Informations- und Cybersicherheit
  • Ablauf: Anders als bei den meisten Förderungen stellen Sie den Antrag erst, nachdem die Beratung erbracht und die Rechnung bezahlt ist. Die Beratung muss zwischen 2. Jänner 2026 und dem Tag vor dem Antrag stattgefunden haben.
  • Antragsfrist: 1. Februar bis spätestens 15. Dezember 2026, kürzer, wenn das Budget früher aufgebraucht ist
  • Budget: laut WKO zu 98 % vergeben (Stand 25. September 2026)

Beim Thema KI gilt eine wichtige Einschränkung: Werbeagenturen, Multimedia-Agenturen und Werbegrafik-Designer sind nur förderbar, wenn die Beratung ausschließlich interne Abläufe, Arbeitsweisen oder Produktivität betrifft. Beratung zu Kundenansprache, Vermarktung oder digitaler Markterschließung ist ausgeschlossen. Ein Workshop dazu, wie Ihr Team KI für Angebote oder interne Dokumentation nutzt, kann also passen, eine KI-Marketingstrategie nicht.

Weil das Budget fast aufgebraucht ist, sollten Sie vor einer Beauftragung auf der Programmseite prüfen, ob noch Mittel verfügbar sind.

Für Unternehmen mit Kundschaft im Ausland

Der go-international Digital-Marketing Scheck ist eine österreichweite Förderung der Internationalisierungsoffensive go-international. Er richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Produkte oder Dienstleistungen erstmals in einem bestimmten Zielland online bewerben wollen.

  • Gefördert werden 50 % der nachgewiesenen Nettokosten für bezahlte Online-Werbung im Zielland, etwa Suchmaschinenwerbung, Werbung auf Social-Media-Plattformen und auf Online-Marktplätzen.
  • Der maximale Auszahlungsbetrag liegt bei 7.500 Euro, dazu kann ein Bonus von 2.500 Euro für Nachhaltigkeit oder für Technologieunternehmen kommen.
  • Online-Marketing mit klarem Bezug zum Zielland ist nur förderbar, wenn auch Kosten für Werbeanzeigen eingereicht werden.
  • Sie müssen im Zielland bisher nicht digital geworben haben, die De-minimis-Grenze einhalten und eine substanzielle Wertschöpfung in Österreich nachweisen.
  • Die Aktion gilt laut WKO von 1. April 2023 bis 31. März 2027. Vor dem Antrag beraten die go-international-Ansprechpersonen der Wirtschaftskammer.

Interessant ist das zum Beispiel für einen Betrieb aus dem Mühlviertel, der erstmals in Bayern Kundschaft gewinnen möchte, oder für ein Unternehmen, das Produkte in der Türkei verkaufen will.

So gehen Sie sinnvoll vor

  1. Ziel klären: Geht es um Sichtbarkeit und Kundengewinnung oder um schnellere Abläufe im Betrieb? Davon hängt ab, welche Förderung überhaupt in Frage kommt.
  2. Vor der Beauftragung prüfen: Viele Programme fördern nur Projekte, die noch nicht oder erst kurz vor dem Antrag begonnen wurden.
  3. Fördercheck nutzen: Die WKO Oberösterreich bietet einen Fördercheck mit Online-Termin an. Die Förderdatenbank der WKO zeigt weitere Programme nach Bundesland und Thema.
  4. Ohne Förderung rechnen: Planen Sie so, dass sich das Projekt auch ohne Zuschuss lohnt. Eine Förderung ist ein Bonus, keine Grundlage.
  5. Unterlagen sammeln: Angebote, Rechnungen, Zahlungsnachweise und eine kurze Projektbeschreibung werden bei fast jedem Programm verlangt.

Bitte beachten

Stand: 27. September 2026. Förderbedingungen, Budgets und Fristen ändern sich laufend, oft ohne lange Vorankündigung. Maßgeblich sind allein die Richtlinien und Seiten der jeweiligen Förderstelle, die in den Quellen verlinkt sind. Dieser Beitrag ist keine Förderberatung und kein Versprechen, dass ein Projekt gefördert wird.

Wie edz dabei unterstützt

Wir sind eine Werbeagentur in Leonding bei Linz und planen Websites so, dass sie sich auch ohne Förderung rechnen. Wenn ein Projekt Abläufe automatisiert oder KI im Betrieb einsetzt, sagen wir Ihnen offen, ob sich ein Blick auf DIGITAL.PLUS lohnt und welche Teile ein IT-Dienstleister oder eine Unternehmensberatung übernehmen müsste. Mehr zu unseren Websites auf der Seite Webdesign Linz, zu KI-Projekten auf der Seite KI-Agentur. Rechtliche Fragen zu Chatbots beantwortet der Ratgeber KI-Chatbots und der AI Act. Einen ersten Eindruck Ihrer bestehenden Website bekommen Sie mit unserem Check.

Häufige Fragen

Gibt es 2026 in Oberösterreich eine Förderung für eine neue Website?

Für eine reine Unternehmenswebsite gibt es derzeit kaum eine passende Förderung. KMU.DIGITAL ist ausgeschöpft, und DIGITAL.PLUS schließt digitales Marketing ausdrücklich aus. Förderbar kann ein Projekt sein, wenn es Abläufe automatisiert, Daten verbindet oder KI für interne Prozesse einsetzt.

Wird KMU.DIGITAL 2027 fortgesetzt?

Nein. Laut der offiziellen Programmseite wird KMU.DIGITAL wegen der Konsolidierung im Bundeshaushalt ab 2027 nicht fortgeführt. Das Budget der aktuellen Runde ist vollständig ausgeschöpft, Anträge sind nicht mehr möglich.

Darf ich mit dem Projekt schon beginnen, bevor ich den Antrag stelle?

Das hängt vom Programm ab. Bei DIGITAL.PLUS 26 darf das Projekt frühestens zehn Wochen vor dem Antrag gestartet sein. Bei ERFOLG.PLUS stellen Sie den Antrag erst, nachdem die Beratung erbracht und bezahlt ist. Lesen Sie die Bedingungen deshalb vor der Beauftragung.

Kann eine Werbeagentur ein gefördertes Projekt umsetzen?

Nur eingeschränkt. Bei ERFOLG.PLUS ist eine Werbeagentur im Thema KI nur förderbar, wenn die Beratung ausschließlich interne Abläufe betrifft. Bei DIGITAL.PLUS nennt die WKO als förderbare Kosten vor allem externe Unternehmensberatung mit Digitalisierungsschwerpunkt, IT-Dienstleistungen, Mechatronik, Ingenieurbüros und Investitionen.

Wo bekomme ich eine verlässliche Auskunft zu meinem Projekt?

Bei der Förderstelle selbst. Die WKO Oberösterreich bietet einen Fördercheck mit Online-Termin an, und für jedes Programm gibt es eine eigene Kontaktadresse. Eine Agentur kann bei der Einordnung helfen, die verbindliche Entscheidung trifft aber immer die Förderstelle.

Quellen

  1. KMU.DIGITAL, Programmseite
  2. WKO Oberösterreich, DIGITAL.PLUS 26
  3. WKO Oberösterreich, ERFOLG.PLUS 26
  4. WKO, go-international Digital-Marketing Scheck

Alle Angaben ohne Gewähr. Rechtliche Fragen klären Sie bitte mit der Wirtschaftskammer oder Ihrer Rechtsberatung.

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