Flyer gestalten lassen, damit er gelesen und nicht weggeworfen wird

Flyer gestalten lassen mit Wirkung: eine Botschaft, klare Hierarchie, passendes Format, 3 mm Beschnitt, 300 dpi, QR-Code, Impressum und Checkliste.

Ein Flyer wird gelesen, wenn er in wenigen Sekunden eine einzige, klare Botschaft vermittelt und sagt, was der Leser als Nächstes tun soll. Wenn Sie einen Flyer gestalten lassen, sollten Sie deshalb vorher klären, was er erreichen soll, und bei der Druckdatei auf Format, 3 mm Beschnitt, 300 dpi und ein korrektes Impressum achten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Flyer, eine Botschaft, ein nächster Schritt.
  • Die Überschrift entscheidet, ob weitergelesen wird: groß, konkret, mit Nutzen für den Leser.
  • Das Format richtet sich nach dem Einsatz: DIN lang, A5, A6 oder Falzflyer.
  • Technisch braucht die Druckdatei 3 mm Beschnitt, Bilder mit 300 dpi und CMYK-Farben.
  • Ein QR-Code lohnt sich nur, wenn er auf eine passende, funktionierende Seite führt.
  • Auch Werbeflyer brauchen in Österreich ein Impressum.

Eine Botschaft statt vieler

Der häufigste Fehler ist ein Flyer, der alles erzählen will: die Firmengeschichte, das komplette Sortiment, fünf Angebote und drei Öffnungszeiten. Der Leser entscheidet in einem kurzen Moment, ob ihn das betrifft. Findet er keinen klaren Grund, landet der Flyer im Altpapier.

Stellen Sie sich vor der Gestaltung eine Frage: Was soll jemand tun, nachdem er den Flyer gelesen hat? Anrufen, vorbeikommen, einen Tisch reservieren, einen Gutschein einlösen, die Website besuchen? Genau darauf wird der Flyer ausgerichtet. Alles, was dazu nicht beiträgt, kommt weg oder auf die Website.

Gute Anlässe für einen Flyer sind zum Beispiel:

  • eine Eröffnung oder ein neuer Standort
  • ein zeitlich begrenztes Angebot
  • ein neues Produkt oder eine neue Leistung
  • eine Veranstaltung mit Datum und Ort
  • ein Mittagsmenü oder Lieferservice in der Nachbarschaft

Hierarchie: was zuerst gelesen wird

Hierarchie bedeutet, dass nicht alles gleich wichtig aussieht. Das Auge soll einem klaren Weg folgen.

1. Die Überschrift

Groß, kurz und konkret. „Neu in Leonding: Frühstück ab 7 Uhr“ sagt mehr als „Herzlich willkommen“. Die Überschrift soll einen Nutzen oder eine Neuigkeit nennen.

2. Das Bild

Ein starkes Bild erzählt schneller als Text. Besser ein großes, echtes Foto als viele kleine Symbolbilder. Eigene Fotos von Ihrem Geschäft, Ihrem Team oder Ihren Produkten wirken glaubwürdiger als bekannte Bilder aus Bilddatenbanken.

3. Die Details

Zwei bis drei kurze Sätze oder Stichpunkte, die die wichtigsten Fragen beantworten: Was genau, für wen, bis wann.

4. Der nächste Schritt

Ein klarer Aufruf, im Fachjargon Call to Action genannt: „Jetzt reservieren unter …“, „Gutschein an der Kassa vorzeigen“. Dazu Telefonnummer, Adresse, Website oder QR-Code.

Lesbarkeit

  • Fließtext nicht zu klein, damit ihn auch ältere Leser ohne Brille lesen können
  • Dunkle Schrift auf hellem Grund oder umgekehrt, genug Kontrast
  • Höchstens zwei Schriftarten
  • Weißraum, also freie Fläche, bewusst stehen lassen

Formate: welches wofür

DIN ist die Norm, nach der in Österreich und Deutschland Papierformate benannt sind.

Format Größe Gut geeignet für
DIN lang (DL) 99 × 210 mm Prospektständer, Kuvertbeilage, Preislisten, Veranstaltungen
A5 148 × 210 mm Angebote mit Bild, Aushang, Postwurf
A6 105 × 148 mm Gutscheine, Einladungen, Beilage an der Kassa
Falzflyer z. B. A4 zweimal gefalzt auf DIN lang Mehr Inhalt, etwa Leistungsübersicht oder Speisekarte zum Mitnehmen

Beim Falzflyer ist die Reihenfolge der Seiten wichtig: Die Titelseite ist nach dem Falzen außen, und die Innenseiten werden oft etwas schmäler angelegt, damit sich das Papier sauber schließt. Das sollte der Grafiker nach der Vorlage der jeweiligen Druckerei anlegen. Für Gastronomie-Betriebe lohnt sich ein Blick in den Ratgeber Speisekarte gestalten.

Die Technik der Druckdatei

Auch ein gut gestalteter Flyer kann im Druck enttäuschen, wenn die Datei nicht stimmt. Diese Punkte sollten Sie kennen, auch wenn Ihr Grafiker sie umsetzt.

Beschnitt oder Anschnitt: 3 mm

Druckereien drucken auf größere Bögen und schneiden danach zu. Der Schnitt ist nie auf den Zehntelmillimeter genau. Deshalb wird die Druckdatei an jeder Seite um einen Beschnitt, auch Anschnitt genannt, erweitert, üblich sind 3 mm. Bilder und Farbflächen, die bis zum Rand gehen sollen, reichen in diesen Bereich hinein. Ohne Beschnitt können weiße Kanten entstehen, sogenannte Blitzer.

Umgekehrt gilt: Wichtige Texte und das Logo sollten einige Millimeter Abstand zum Endformat haben, damit beim Schneiden nichts angeschnitten wird. Viele Druckereien geben dafür einen Sicherheitsabstand vor.

Auflösung: 300 dpi

Dpi heißt Bildpunkte pro Zoll. Fotos sollten in der tatsächlichen Druckgröße etwa 300 dpi haben. Ein Bild aus dem Internet oder ein stark verkleinertes Handyfoto hat oft zu wenig Bildpunkte und wirkt im Druck unscharf. Logos und Schriften sollten als Vektor vorliegen, dann ist die Auflösung kein Thema. Mehr dazu im Ratgeber Logo Dateiformate erklärt.

Farben in CMYK

Bildschirme zeigen Farben in RGB, gedruckt wird in CMYK. Die Druckdatei sollte daher in CMYK angelegt sein, sonst rechnet die Druckerei um und Farben können sich verändern. Besonders leuchtende Bildschirmfarben wirken im Druck oft matter.

Druck-PDF

Die fertige Datei geht fast immer als PDF an die Druckerei. Jede Druckerei hat eigene Vorgaben, etwa zum Farbprofil oder zur Beschnittmarke. Lassen Sie diese Vorgaben vor der Gestaltung an Ihren Grafiker schicken.

Papier und Veredelung

Das Papier beeinflusst, wie hochwertig ein Flyer in der Hand wirkt.

  • Grammatur: Das Gewicht des Papiers pro Quadratmeter. Dünnes Papier wirkt schnell billig, sehr dickes lässt sich schlechter falzen.
  • Gestrichen oder ungestrichen: Gestrichenes Papier ist glatt, Farben wirken brillant. Ungestrichenes Papier fühlt sich natürlicher an und lässt sich gut beschreiben, etwa bei Gutscheinen.
  • Matt oder glänzend: Glänzend lässt Fotos leuchten, matt wirkt ruhiger und spiegelt weniger.
  • Veredelung: Zum Beispiel Lack auf bestimmten Stellen oder eine Folienkaschierung. Sinnvoll für besondere Anlässe, nicht für jeden Flyer nötig.

Lassen Sie sich von der Druckerei Papiermuster geben. Papier muss man anfassen.

QR-Codes, die funktionieren

Ein QR-Code verbindet den gedruckten Flyer mit dem Handy. Er lohnt sich aber nur unter bestimmten Bedingungen:

  • Er führt auf eine Seite, die genau zum Flyer passt, nicht einfach auf die Startseite.
  • Diese Seite funktioniert gut am Handy und lädt schnell.
  • Der Code ist groß genug und hat rundherum etwas freie Fläche.
  • Er ist dunkel auf hellem Grund gedruckt.
  • Er wurde vor dem Druck mit mehreren Handys getestet.
  • Die Zielseite bleibt so lange online, wie Flyer im Umlauf sind.

Daneben sollte kurz stehen, was passiert: „Scannen und Tisch reservieren“. Wenn Ihre Website selbst noch nicht gut am Handy funktioniert, hilft der kostenlose Web- und Google-Check als erster Schritt.

Impressum auf Flyern in Österreich

Auch ein Werbeflyer ist nach dem österreichischen Mediengesetz ein Medienwerk. Die WKO zitiert dazu die Regel aus Paragraph 24: Auf jedem Medienwerk sind der Name oder die Firma des Medieninhabers und des Herstellers sowie der Verlags- und der Herstellungsort anzugeben.

Vereinfacht bedeutet das:

  • Medieninhaber ist in der Regel Ihr Unternehmen als Auftraggeber.
  • Hersteller ist die Druckerei.
  • Verlagsort ist meist der Sitz Ihres Unternehmens.
  • Herstellungsort ist der tatsächliche Ort, an dem gedruckt wird.

Die WKO weist darauf hin, dass der tatsächliche Herstellungsort anzugeben ist. Fragen Sie deshalb Ihre Druckerei vor Druckbeginn, welche Angaben sie für das Impressum empfiehlt, besonders wenn online bestellt wird. Die Offenlegung nach Paragraph 25 betrifft laut WKO vor allem periodische Medien, also regelmäßig erscheinende. Für einen einfachen Werbeflyer steht meist das Impressum im Vordergrund. Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung, im Zweifel fragen Sie bei der WKO oder einer Anwältin nach.

Verteilung: wo der Flyer ankommt

Ein guter Flyer nützt wenig, wenn er am falschen Ort liegt.

  • Im eigenen Geschäft: an der Kassa, als Beilage zur Rechnung oder zum Lieferessen
  • Bei Partnern: in Geschäften, Praxen oder Lokalen in der Nachbarschaft, die ähnliche Kunden haben
  • Als Postwurf: gezielt in bestimmten Gebieten, etwa rund um einen neuen Standort
  • Bei Veranstaltungen: Messen, Märkte, Vereinsfeste in der Region
  • Persönlich: beim Kundengespräch oder Lieferantenbesuch

Beachten Sie Hinweise wie „Keine Werbung“ an Postkästen. Planen Sie die Auflage lieber etwas kleiner und drucken Sie nach, wenn sich der Flyer bewährt. Ein eigener Rabattcode oder eine eigene Zielseite für den QR-Code zeigt Ihnen, ob der Flyer wirkt.

Checkliste vor dem Drucken

  • Hat der Flyer eine klare Botschaft und einen nächsten Schritt?
  • Ist die Überschrift auch aus einem Meter Entfernung lesbar?
  • Stimmen Telefonnummer, Adresse, Öffnungszeiten, Daten und Preise?
  • Hat jemand, der den Text nicht geschrieben hat, Korrektur gelesen?
  • Ist das Format mit der Druckerei abgestimmt?
  • Hat die Datei 3 mm Beschnitt und genug Abstand zum Rand?
  • Haben alle Fotos etwa 300 dpi in Druckgröße?
  • Ist die Datei in CMYK und als Druck-PDF nach Vorgabe der Druckerei angelegt?
  • Liegt das Logo als Vektor vor?
  • Funktioniert der QR-Code mit mehreren Handys, und passt die Zielseite?
  • Steht ein Impressum mit Medieninhaber, Hersteller, Verlags- und Herstellungsort drauf?
  • Haben Sie einen Probedruck oder ein Papiermuster gesehen?

So arbeiten wir

Bei edz in Leonding bei Linz beginnen Flyer mit der Frage, was nach dem Lesen passieren soll. Danach gestalten wir Text, Bild und Hierarchie und liefern eine druckfertige Datei nach den Vorgaben Ihrer Druckerei. Mehr zu unserer Arbeit finden Sie unter Grafikdesign Linz. Für Handel und Supermärkte gibt es eigene Formate, beschrieben unter Supermarkt-Werbung.

Häufige Fragen

Welches Flyerformat ist am besten?

Es gibt kein bestes Format, nur ein passendes. DIN lang passt in Kuverts und Prospektständer, A5 bietet Platz für ein Angebot mit Bild, A6 ist handlich für Gutscheine und Einladungen. Für mehr Inhalt eignet sich ein Falzflyer.

Was bedeutet Beschnitt beim Flyer?

Beschnitt ist ein schmaler Rand rund um die Druckdatei, meist 3 mm, der nach dem Druck abgeschnitten wird. Farbflächen und Bilder, die bis zum Rand gehen sollen, müssen in diesen Bereich hineinreichen. Sonst können nach dem Schneiden weiße Blitzer am Rand entstehen.

Braucht ein Werbeflyer in Österreich ein Impressum?

Ja, auch ein Flyer gilt nach dem Mediengesetz als Medienwerk. Laut WKO müssen Name oder Firma des Medieninhabers und des Herstellers sowie Verlags- und Herstellungsort angegeben werden. Im Zweifel klären Sie die Details mit Ihrer Druckerei oder rechtlicher Beratung.

Kann ich meinen Flyer in Word gestalten?

Für einen einfachen Aushang geht das. Für den professionellen Druck fehlen Word aber wichtige Funktionen wie Beschnitt, CMYK-Farben und saubere PDF-Ausgabe nach Druckerei-Vorgaben. Das führt oft zu Rückfragen oder schlechteren Ergebnissen.

Wie viel Text gehört auf einen Flyer?

So wenig wie möglich. Eine Überschrift, ein bis drei kurze Sätze oder Stichpunkte zum Nutzen, ein klarer nächster Schritt und die Kontaktdaten. Alles Weitere gehört auf die Website, zu der ein QR-Code führen kann.

Quellen

  1. WKO, Impressum und Offenlegung, welche Pflichten gelten?
  2. WKO, Impressum-Vorschriften, Auswirkung auf den Printbereich
  3. RIS, Mediengesetz, geltende Fassung

Alle Angaben ohne Gewähr. Rechtliche Fragen klären Sie bitte mit der Wirtschaftskammer oder Ihrer Rechtsberatung.

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